Tagungsprogramm
Auf dieser Seite finden Sie das derzeit aktuelle Tagungsprogramm für den 10. März und 11. März 2009.
10. März 2009
-
- 13:00
- Begrüßung
Prof. D. Biermann
Institut für Spanende Fertigung (ISF), TU Dortmund
- 13:10
- Verleihung der Otto-Kienzle-Gedenkmünze
durch Prof. G. Reinhart, Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP)
- 13:40

- Simulation und Optimierung von Zerspanprozessen
Prof. D. Biermann
Institut für Spanende Fertigung (ISF), TU DortmundIm Rahmen dieses Beitrags werden Strategien und Konzepte zur Bearbeitung von anspruchsvollen Werkstoffen präsentiert, die z. B. durch die Kombination vieler günstiger Eigenschaften ein großes Einsatzpotenzial in der Automobilindustrie bzw. der Medizintechnik besitzen. Darüber hinaus werden ein neuer Ansatz zur Optimierung von Fertigungsprozessen und Fortschritte im Bereich der Simulation von Werkzeug- und Werkstückschwingungen vorgestellt. Ergebnisse zur Analyse von Skalierungseffekten und der Dynamik verdeutlichen ein weiteres Optimierungspotenzial im Bereich der Mikrofräsbearbeitung.
- 13:40

-
- 14:05
- Trends in der Schaufelbearbeitung
G. Harder
StarragHeckert AG
- 14:30

- Maschinenentwicklung für die Hochleistungsbearbeitung im Powertrain-Bereich
Prof. J. Fleischer
MAG Europe, StuttgartUm heutige Kundenbedürfnisse im Bereich Powertrain zu erfüllen, müssen Hersteller von Werkzeugmaschinen eine breite Palette an Randbedingungen und Maßnahmen berücksichtigen. Ein Trend ist beispielsweise die Forderung nach Komplettlösungen, die neben der eigentlichen Maschine auch Prozesse, Vorrichtungen, Werkzeuge und Verkettung mit einschließt. Dabei soll bei gleichzeitig niedrigen Investitionskosten bzw. Stückkosten und auch immer häufiger niedrigen TCOs (Total Cost of Ownership) eine hohe OEE (Overall Equipment Effectiveness) erzielt werden. Um dies zu erreichen, sind innovative Ansätze gefragt. In dieser Veröffentlichung wird, ausgehend von einer fiktiven Kundenanfrage, der Prozess zur Erreichung der geforderten Zielkosten geschildert. Dazu werden die einzelnen Kostensenkungsmaßnahmen geschildert und mit Beispielen hinterlegt. Die Basis bildet eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kunden.
- 14:30
- 14:55
- Kaffeepause
- 15:30

- Regenerativ-Effekt: Die Approximation der dynamischen Prozess-Maschine-Interaktionen und ihre Bedeutung für die Stabilitätsanalyse
Dr. G. Kehl
Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH, NürtingenIm Rahmen des Verbundprojektes VispaB "Virtualisierung der spanenden Bearbeitung in der Maschinenentwicklung und der Prozessoptimierung" sollen Simulationswerkzeuge entwickelt werden, die es erlauben, die Prozessstabilität spanender Bearbeitungsprozesse zukünftig als verlässliches Bewertungskriterium in der Entwicklungsprozesskette von Werkzeugmaschinen zu nutzen. Motiviert wird dieses Projekt besonders dadurch, dass gegenwärtig in vielen Fällen nicht-tolerierbare Abweichungen von Stabilitätsprognosen zu realen Zerspanprozessen auftreten.
Wesentliche Instabilität ist hierbei der Regenerativ-Effekt, der im vorliegenden Beitrag anhand seiner prozessspezifischen Randbedingungen und seiner Bedeutung für die Stabilität des Zerspanprozesses betrachtet wird. Am Beispiel eines Modells mit einem Freiheitsgrad wird explizit gezeigt, dass die Instabilität auf die Kompensation der strukturspezifischen Dämpfungskraft durch die Prozesskraft zurückzuführen ist, die an der Zerspanstelle in Folge einer sinusförmig welligen Spanoberseite induziert wird. Die Spanoberseite entsteht kontinuierlich während einer Relativbewegung zwischen Werkzeug und Werkstück, die dann quasi gespeichert wird und nach einer bestimmten Zeit - der Totzeit - zu der Zerspanstelle wiederkehrt und die destabilisierende Prozesskraft induziert.
Dieser Mechanismus erfordert jedoch eine konstante Drehzahl bzw. Totzeit, da ansonsten eine Verzerrung der sinusförmigen Spanoberseite entsteht. Im Falle einer relevanten u.U. technisch gegründeten Drehzahlvariation während des Zerspanprozesses bleibt eine Aussage zur Stabilität zunächst offen. Aus dieser Situation leiten sich zwei Dinge ab: Einerseits der Hinweis, vor einer Stabilitätsprognose stets die Konstanz der Totzeit nachzuweisen. Andererseits die Motivation für weitergehende Forschungsaktivitäten hinsichtlich aktiver Prozessstabilisierung durch gesteuerte Drehzahlvariation.
- 15:30
- 15:55

- Simulation der Maschinendynamik von der Strukturschwingung bis zum Zerspanprozess – eine Herausforderung
E.-U. Schmitz
INDEX-Werke GmbH & Co. KG, EsslingenDie vollständige Simulation des dynamischen Maschinenverhaltens von zerspanenden Werkzeugmaschinen umfasst mindestens die mechanische Simulation der Maschinenstruktur mit Berücksichtigung wichtiger Umgebungseinflüsse, die Kinematik, die Abbildung wesentlicher Teile der Steuerung und ihrer Regelkreise, sowie den Zerspanprozesses. Für jedes dieser Simulationsthemen existieren Methoden und Werkzeuge, die einzelne Aspekte sehr gut abbilden; ein industrietaugliches Simulationssystem, das alle diese Aufgaben integral behandelt, ist bisher jedoch nicht vorhanden. Die für prognosefähige Simulationsergebnisse erforderliche, aufwändige Modellbildung und Parametrierung in den einzelnen Simulationssystemen stellt eine erste große Herausforderung dar. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die Anforderungen der einzelnen Disziplinen in stark voneinander abweichenden Lösungsansätzen behandelt werden. Das Strukturverhalten lässt sich mit der Methode der Finiten Elemente (FEM) und durch Betonung anderer Aspekte auch mit der Mehrkörpersimulation (MKS) erfolgreich simulieren. Für die Kinematik von Maschinen stehen umfassende Simulatoren zur Verfügung, die auch Abläufe von NC-Programmen darstellen können. Ergänzend zur Steuerungssimulation mit Hilfe von computer-aided control engineering Software (CACE) wird die Steuerung selbst von Steuerungsherstellern in Form sogenannter Virtueller NC-Kerne zur Verfügung gestellt, die auch für Simulationen genutzt werden können. Erste Integrationsbemühungen haben zu Finite-Element-Software geführt, die mittels Reglerelementen die Sensorik und Aktorik von Maschinenachsen abbilden kann. Am Markt verfügbar sind Produkte wie die Virtuelle Maschine von INDEX, wo ein NC-Programm auf einem wirklichkeitsgetreuen Modell der Maschinenkinematik und der Steuerung die Bewegungen der Maschine und den Spanabtrag wiedergeben kann. Werkzeuge zur sicheren Simulation von Zerspanprozessen sind heute im wissenschaftlichen Umfeld anzutreffen. Für eine Nutzung im industriellen Umfeld müssen die zugrunde liegenden Modellvorstellungen weiterentwickelt werden und es ist notwendig, alle Simulationsaspekte in einem gemeinsamen Simulationssystem zu integrieren.
- 15:55
- 16:20

- Simulation und Praxis in der Zerspanung von Leichtbauwerkstoffen in der Luftfahrtindustrie
Dr. M. Lange
Premium AEROTEC GmbH, VarelDieser Artikel zeigt Möglichkeiten unterschiedlicher Simulationen in der Hochleistungszerspanung von Leichtbaustoffen in der Luft-fahrtindustrie auf. Simulationen werden derzeit im Werk Varel genutzt im Bereich der Werkzeug- und Prozessentwicklung sowie der NC-Programmierung.
3D-Volumenmodelle eingesetzter Fräswerkzeuge konnten aus einer Schleifsimulation gewonnen und in eine FEM-Zerspansimulation überführt werden. Bei der Erstellung von NC-Programmen hat die Einführung der Abtragssimulation die Anzahl von Fehlern deutlich reduziert. Die Einbeziehung von Komplett-werkzeug- und Maschinenmodellen erlaubt zudem eine simulative Kollisionsüberprüfung auch zur Vermeidung schwerwiegender Maschinenschäden. Das Werk Varel unterstützt als Anwender die Aktivitäten am ISF, das werkzeugseitige dynamische Nachgiebig-keitsfrequenzverhalten in eine Prozesssimulation zu implementie-ren, um Bauteiloberflächen genauer vorhersagen zu können.
- 16:20
- 16:45

- NCChip – Simulation dynamikbedingter Strukturen auf der Werkstückoberfläche bei der NC-Fräsbearbeitung
Dr. T. Surmann, E. Ungemach
Institut für Spanende Fertigung (ISF), TU DortmundDie HSC Bearbeitung ist eine wichtige Technik in der Herstellung leichter Integralbauteile für den Flugzeugbau. Während der Fräsbearbeitung komplexer Strukturen kann es durch dynamische Effekte zu Rattern und damit zu erhöhtem Werkzeugverschleiß und Formabweichungen sowie damit verbundenen Oberflächenartefakten kommen. Durch eine Simulation des dynamischen Fräsprozesses können diese Oberflächenstrukturen sowie entstehendes Auf- und Untermaß für beliebige NC-Bahnen vorhergesagt werden. Mit diesen Simulationsergebnissen ist es möglich eine Optimierung der Bearbeitungsparameter vor der tatsächlichen Bearbeitung vorzunehmen und damit Werkzeugverschleiß und Materialverbrauch für Fräsversuche zu vermeiden. In diesem Beitrag wird die verwendete Simulation vorgestellt und an einem tatsächlichen Testwerkstück aus dem Flugzeugbau validiert.
- 16:45
-
- 17:30
- Praktische Vorführungen im ISF-Versuchsfeld
- 19:30
- Gemeinsames Abendessen inkl. Rahmenprogramm
11. März 2009

-
- 08:15

- Zerspanung mit trapezverzahnten Fräsern – Kräfteentwicklung, Spanformung, Oberflächengüte, Einsparungspotenziale und Anwendungsfälle
M. Horn
Klenk GmbH & Co. KG, BalzheimDer Tagungsbeitrag der Firma Klenk GmbH & Co KG beschäftigt sich mit dem Zerspanprozess und der Schneidengestaltung bei trapezverzahnten Schruppfräswerkzeugen. Im Allgemeinen versteht man unter einer Schruppverzahnungen eine Unterbrechung der im Normalfall durchgehenden Werkzeugschneiden. Dies dient zur Optimierung des Fräsprozesses. Die Gestaltung der Schruppschneiden wird von vielen Werkzeugherstellern unterschiedlich interpretiert und kann grob in Kordelverzahnung, Trapezverzahnung oder als Schrupp-Schlichtfräswerkzeug in einer Kombination von unterbrochenen Schruppschneiden und durchgehenden Schlichtschneiden auf demselben Fräswerkzeug eingeteilt werden.
Der Zweck dieser Verzahnung ist eine Verbesserung des Zerspanungsprozesses und der damit verbundenen Steigerung der Produktivität bzw. Erhöhung der Wirtschaftlichkeit. In diesem Vortrag wird im Einzelnen auf die Thematiken Prozesskräfte bei der Bearbeitung unterschiedlicher Werkstoffe, Spanformung und Oberflächengüte bei trapezverzahnten Schruppfräsern eingegangen und wie sich diese zur Steigerung der Produktivität nutzen lassen. Zur Veranschaulichung dieser Vorzüge für den Anwender werden einzelne Anwendungsfälle präsentiert.
- 08:15
- 08:40

- New Economic Solutions for Drilling and Milling of CFRP and Low Force Drilling and Reaming of CFRP/Titanium Stacks for Aeronautic Applications
Dr. P. Müller-Hummel
MAPAL Dr. Kress KG, AalenDer Artikel beschreibt die Besonderheiten beim Fräsen und Bohren von CFK und leitet daraus Aspekte für neue Werkzeuggeometrien zum Bohren von CFK/Titan ab. An theoretischen Modellen wird vereinfacht beschrieben wie CFK bearbeitet werden soll und worauf bei Neuentwicklungen zu achten ist. Das so optimierte Bohrwerkzeug zeichnet sich durch besonders geringe Axialkräfte aus und ist damit insbesondere für den Einsatz in Bohrvorschubeinheiten geeignet.
- 08:40
- 09:05

- Zerspanung in der Kompressoren- und Turbinenfertigung
M. Sietz
MAN Turbo AG, OberhausenSteigende Energiepreise zeigen, dass Energie kein selbstverständlich verfügbares Gut ist. Dies und das wachsende Umweltbewusstsein führen zu Marktforderungen nach effizienteren sowie emissionsärmeren Anlagen. Bei Turbinen hat die Steigerung des Wirkungsgrades unmittelbar eine Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen zur Folge. Höhere Drücke und Temperaturen leisten einen Beitrag zu dieser Steigerung des Wirkungsgrades. Die ständige Verbesserung der Turbinen- und Kompressor-anlagen stellt insbesondere Zerspanung vor neue Herausforderungen, wie z.B. die Bearbeitung hochwarmfester Werkstoffe. Das Streben nach dem Zielzustand einer qualitativ hochwertigen, flexiblen sowie wirtschaftlichen Fertigung trägt zu konkurrenzfähigen Produkten am Weltmarkt bei.
Die Umsetzung konstruktiver Innovationen, welche unter anderem durch komplex geformte Bauteile realisiert werden, bedingt eine starke Verknüpfung von Fertigung und Entwicklung. Eine Einbindung moderner Zerspanungstechniken ermöglicht zum einem die Fertigung solcher Neuentwicklungen sowie zum anderem eine stetige Produktivitätssteigerung.
- 09:05
- 09:30

- Kosteneffiziente, prozesssichere Werkzeugauswahl und Prozessgestaltung
K. Brenner
ISCAR Germany GmbH, EttlingenJeder Betrieb steht vor der Herausforderung seine Fertigung und Abläufe kosteneffizient zu gestalten. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist es jedoch erforderlich, dass die Kosten die zur Herstellung eines Bauteils anfallen bekannt sind. Erst wenn die Kostentreiber identifiziert sind, können diese durch gezielte Maßnahmen reduziert werden. Obwohl für Werkzeuge durchschnittlich nur 3% der Produktionskosten anfallen, stehen die Kosten, die durch sie täglich entstehen, besonders im Fokus.
Um Werkzeugkosten zu reduzieren, werden 2 Ansätze verfolgt:
a) die Einkaufspreise reduzieren
b) die Standzeiten verbessern
Die Kosten pro Werkstück können weder durch reduzierte Einkaufspreise, noch durch verbesserte Standzeiten wesentlich beeinflusst werden. Erst durch verändern der Prozesse bzw. der Schnittparameter sind enorme Einsparungen (15% und mehr) zu erreichen, obwohl in diesem Beispiel die Werkzeugpreise um 50% höher angesetzt wurden.
- 09:30
- 09:55
- Kaffeepause
- 10:30

- Maschinen und Werkzeuge für die Mikrozerspanung
Prof. J. C. Aurich
Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Betriebsorganisation (FBK), TU KaiserslauternDie zunehmende Nachfrage von Mikrobauteilen und Mikrostrukturen verlangt serientaugliche Mikrowerkzeuge, Präzisions-Maschinen und -Systeme. Die Mikrotechnik ist dabei eine Schlüsseltechnologie in der Miniaturisierung von mechanischen und elektronischen Bauteilen. Typische Produkte der Mikrotechnik sind Messnormale, Mikro-Abformwerkzeuge, chemische Mikroreaktoren, Mikrooptiken, Mikrofluidiken und medizinische Implantate. Die Herstellung von hochpräzisen Mikrostrukturen stellt dabei hohe Anforderungen an die Bearbeitungsmaschine, das Bearbeitungswerkzeug, die Werkzeug- und Werkstückeinspannung sowie das Bearbeitungsverfahren. Hierfür wurden Maschinensysteme und viele ihrer Kernkomponenten wie Hochgeschwindigkeitsspindeln, Spannsysteme und Beschichtungseinrichtungen zur Herstellung und Anwendung von Mikrofräs- und Schleifwerkzeugen mit einem Durchmesser von unter 20 µm entwickelt und aufgebaut. Mit diesen Anlagen ist es möglich, hochpräzise, ultrafeine Strukturen in einem sehr breiten Werkstoffspektrum spanend herzustellen. Ein Forschungsschwerpunkt ist hierbei die Entwicklung von Werkzeugen für die Bearbeitung schwer zerspanbarer Werkstoffe wie hochfeste Stähle, Titan und Keramiken. Mit den hier vorgestellten Systemen ist eine wirtschaftliche Nutzung von Mikroschaftwerkzeugen möglich.
- 10:30
- 10:55

- Erhöhte Wirtschaftlichkeit – Neue Strategien und Zerspanungslösungen
Dr. M. Kalveram
Seco Tools GmbH, ErkrathDie Substitution bestehender, konventioneller Bearbeitungsmethoden durch neue, innovative Fräsmethoden bietet Möglichkeiten, bislang unerschlossene Potenziale zur Produktivitätssteigerung und Kosteneinsparung zu erschließen. Exemplarisch werden die Strategien "Bohrzirkularfräsen", "Fräsen mit hohen Vorschüben" sowie "Tauchfräsen" zunächst erläutert, um anschließend an Beispielen deren erfolgreiche industrielle Umsetzung darzulegen.
- 10:55

-
- 11:20

- Digitaler Werkzeugbau – Strategie und Umsetzung
Dr. B. Griesbach
Audi AG, IngolstadtDie Vorteile der Digitalen Fabrik zur Absicherung der immer komplexer werdenden realen Produktion sind in der Automobilindustrie schon seit längerem bekannt. Doch auch im Audi Werkzeugbau werden die Anforderungen vom Kunden und der Wettbewerbsdruck immer größer. Die Durchlaufzeit bei der Anfertigung und die Qualität der Werkzeuge und Anlagen müssen trotz immer komplexerer Karosseriegeometrien ständig steigen. Der Digitale Werkzeugbau bietet hier Möglichkeiten die Werkzeug- und Anlagenherstellung frühzeitig mit Hilfe von Digitalen Werkzeugen abzusichern. Kosten- und zeitaufwändige Änderungsschleifen durch Fehler können so bei der der realen Fertigung vermieden werden. Der Digitale Werkzeugbau wird dabei von der frühen Phase in der Planung bis hin zur Werkstatt im Audi Werkzeugbau eingesetzt. Das Ziel ist es, durch eine durchgängige digitale Prozesskette den gesamten Herstellungsprozess von Werkzeugen und Anlagen abzusichern.
- 11:20
- 11:45

- CutS – Modulare Simulation von Zerspanprozessen
Prof. B. Denkena
Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW), Leibniz Universität HannoverDie überwiegende Zahl der Simulationen von NC-gesteuerten Fertigungsprozessen hat das Ziel, NC-Programme auf systematische Fehler zu überprüfen oder Fertigungszeiten zu ermitteln. Sollen jedoch in der Fertigung auftretende Fehler gezielt analysiert werden, so ist es notwendig, die relevanten Einflüsse in die Simulation mit einzubeziehen. Eine umfassende Simulation mit Berücksichtigung aller dieser Einflüsse ist erklärtes Ziel der Forschung, in der Fertigungsplanung derzeit aber noch nicht praktikabel. Ein möglicher Ansatz ist daher, die jeweils für den aktuellen Anwendungsfall benötigten Simulationskomponenten miteinander zu kombinieren. Am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover wurde ein modulares Simulationssystem entwickelt, das es erlaubt, sowohl vorhandene Simulationssysteme unterschiedlicher Hersteller miteinander zu verknüpfen als auch benötigte neue Komponenten auf einfache Weise zu implementieren. In diesem Beitrag wird die Struktur des Systems CutS vorgestellt. Anhand des Beispiels der Vorhersage der geometrischen Oberflächenbeschaffenheit beim Nutenfräsen wird das Zusammenspiel von Komponenten erläutert.
- 11:45
- 12:10
- Mittagspause
- 13:00

- Durchgängige CAx-Kette der Drehfräsbearbeitung
Dr. M. Stautner
ModuleWorks GmbH, AachenDie Drehfräsbearbeitung wie sie für die Erstellung von Kurbelwellen schon seit Mitte der 1990er Jahre bekannt ist, wird in den letzen Jahren immer universeller eingesetzt. Hierbei soll ein möglichst großes Teilespektrum in einer Komplettbearbeitung, auf einem Bearbeitungszentrum, in einer oder mehreren Aufspannungen vollständig gefertigt werden. Zusätzlich zum regulären Fräsen und den zwei klassischen Verfahrensvarianten, dem orthogonalem und dem achsparallelem Drehfräsen, können dann auch mehrachsig geführte Fräsbearbeitungen einem Werkstück durchgeführt werden. Die für diese Prozessführung benötigten modernen Werkzeugmaschinen werden daher immer komplexer. Mit dieser zunehmenden Komplexität steigen die Anforderungen an eine leistungsfähige CAM Software. Problematisch ist hier die Unterschiedlichkeit der Prozessdefinitionen, die vom Drehfräsen bis zur voll fünfachsigen Bearbeitung einer Freiformfläche möglichst durchgängig sein sollte. Eine solche durchgängige CAx-Kette, die diese unterschiedlichen Prozesstechniken kombiniert, stellt hohe Anforderungen an eine Simulation des Prozesses, da hier eine Vielzahl von Werkzeughaltern, Werkstückhaltern sowie komplizierten Maschinenkinematiken kombiniert werden. Auch für die Simulation des zu erwartenden Materialabtrags müssen hier unterschiedliche Techniken verbunden werden um zu einer durchgängigen Beurteilung der Prozessgestaltung zu gelangen. Dieser Vortrag soll aktuelle Entwicklungen und Techniken, aus der Prozessprogrammierung sowie der Simulation, zum Aufbau dieser durchgängigen CAx-Kette aufzeigen und erläutern.
- 13:00
- 13:25

- Einsatz und Potenziale von Simulationstechniken zur Fräsbearbeitung komplexer Formen und Werkzeuge
Dr. J. Friedhoff
FORMTEC Engineering Services GmbH, BottropDieser Beitrag befasst sich mit einem Themengebiet, dass im Grenzgebiet zwischen Produktions- und Informationstechnik angesiedelt ist. Neueste Entwicklungen im Bereich der Informationstechnik erschließen neue Potenziale für eine wirtschaftliche Zerspanung. Im Rahmen dieses Artikels wird aufgezeigt, wie die Nutzung computergestützter Simulationstechniken in Kombination mit vorhandenem Expertenwissen einen deutlichen Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit bei der spanenden Bearbeitung komplexer Formen und Modelle leisten kann. Das besondere Augenmerk liegt hierbei insbesondere in der Kombination von vorhandenem Erfahrungswissen mit den Ergebnissen aus der Zerspansimulation.
- 13:25
- 13:50

- Modellgestützte Optimierung von Fertigungsprozessen
T. Wagner
Institut für Spanende Fertigung (ISF), TU DortmundDer Einsatz flexibler statistischer Modelle, deren Vorhersagegenauigkeit auf einer Erweiterung klassischer polynomieller Regressionsfunktionen basiert, ist in der Optimierung auf Basis von Computersimulation seit Langem etabliert. Die Übertragung dieser Modelle auf die experimentbasierte Auslegung von Fertigungsprozessen scheiterte bisher jedoch an der in den Modellen getroffenen Annahme der exakten Reproduzierbarkeit der vorherzusagenden Größen. Im vorliegenden Beitrag wird beschrieben, wie die Modelle für die robuste Vorhersage aus realen Experimenten gewonnener Zielgrößen erweitert werden können, ohne die Genauigkeit entscheidend zu beeinträchtigen. Methoden für die Validierung der Modelle werden ebenso aufgezeigt wie Möglichkeiten zur Analyse der Faktoreinflüsse und -interaktionen. Für die effiziente Optimierung eines einzelnen Zielkriteriums auf Basis der Modelle sind bereits zahlreiche Ansätze bekannt. Deren Implementierung wird kurz beschrieben und die Erweiterung dieser auf die parallele Betrachtung mehrerer gegenläufiger Qualitätskriterien vorgenommen. Beispiele für den erfolgreichen Einsatz der vorgeschlagenen Methoden zur Analyse und Optimierung von Fertigungsprozessen belegen deren Praxistauglichkeit.
- 13:50
- 14:15
- Ende der Veranstaltung
Änderungen vorbehalten.