60xD-Tiefbohren mit Wendelbohrern und Minimalmengenschmierung

Biermann, D.1, a; Iovkov, I.1, b

1)
Institut für Spanende Fertigung, Technische Universität Dortmund, Baroper Str. 303, 44227 Dortmund

a) biermann@isf.de; b) iovkov@isf.de

Kurzfassung

Bei der Umstellung von klassischen Kühlschmierstoffkonzepten auf energieeffiziente MMS stellt das Tiefbohren eine der größten Herausforderungen dar, da aufgrund der meist kleinen und langen Kühlkanäle im Werkzeug eine sehr hohe Aerosolqualität, zugeführt mit einem hohen Druck, erforderlich ist, um die Wirkstelle verlässlich mit den Schmierstofftröpfchen zu versorgen und genügend Druckluft für den anspruchsvollen Späneabtransport zur Verfügung zu stellen. Dabei muss auch das Werkzeug sehr hohen Anforderungen hinsichtlich der Spanformung und des Spanbruchverhaltens gerecht werden, damit eine hohe Prozesssicherheit realisiert werden kann. Um eine ganzheitliche Betrachtung dieser industriell relevanten Aufgabenstellung zu gewährleisten, wurde vom ISF Dortmund ein Erkenntnistransferprojekt gemeinsam mit Firma HPM Technologie GmbH aus Münsingen als MMS-Spezialist und der Firma Miller GmbH & Co. KG, Präzisionswerkzeuge aus Altenstadt als Experte auf der Werkzeugseite initiiert. Basierend auf den Grundlagenarbeiten soll im Rahmen dieser Kooperation die fürs Wendeltiefbohren von Aluminiumguss erarbeitete Mittenverlaufskompensationsmethodik in eine industriell reife Lösung transferiert werden. Dies geschieht am Beispiel der anspruchsvollen Tiefbohrbearbeitung einer Getriebewelle der Daimler AG, die als Demonstrator in diesem Projekt dient. Die Firma Daimler unterstützt das Vorhaben als assoziierter Partner und liefert nicht nur die erforderlichen Bauteile für die Untersuchungen, sondern auch wertvolle Informationen über den Tiefbohrprozess, die die spätere Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse auf industrielle Anwendungen erleichtern.

Schlüsselwörter

Wendeltiefbohren, Minimalmengenschmierung

Veröffentlichung

Ingenieur Spiegel, (2017) 3, S. 86-88