Daten von der Wirkstelle

Biermann, D.1, a; Pantke, K.1, b; Tillmann, W.2, c; Vogli, E.2, d

1)
Institut für Spanende Fertigung, Technische Universität Dortmund, Baroper Str. 301, 44227 Dortmund
2)
Lehrstuhl für Werkstofftechnologie LWT, Technische Universität Dortmund, Leonhard-Euler-Str. 2, 44227 Dortmund

a) biermann@isf.de; b) pantke@isf.de; c) Wolfgang.tillmann@udo.edu; d) Evelina.vogli@udo.edu

Kurzfassung

Die Prozesstemperatur im Bereich der Wirkstelle hat einen wesentlichen Einfluss auf den Zerspanungsprozess. Einerseits kann aus einer zu hohen thermischen Belastung eine unerwünschte Gefügeschädigung des Werkstückwerkstoffes resultieren, andererseits beeinflussen hohe thermische Belastungen das Verschleißverhalten des Werkzeuges negativ. Es ist somit von entscheidender Bedeutung, Aussagen über die Temperaturentwicklung während des Zerspanungsprozesses treffen zu können. Durch die gezielte Beschichtung von Wendeschneidplatten mit Nickel und Nickelchrom ist es möglich, auf Basis des bereits für konventionelle Thermoelemente genutzten Seebeck-Effektes wirkstellennah die thermische Belastung während des Zerspanungsprozesses zu erfassen. Grundlage dieses physikalischen Prinzips ist die Tatsache, dass an der Verbindungsstelle von zwei unterschiedlichen metallischen Leitern ein Stromfluss zu registrieren ist, wenn diese Verbindungsstelle einer Temperaturdifferenz ausgesetzt wird [1]. Die hieraus resultierende elektromotorische Kraft hängt neben der Temperaturdifferenz von den eingesetzten metallischen Werkstoffen ab. Ein Kontakt zwischen Nickel- und Nickelchrom ermöglicht so beispielsweise einen Messbereich von 0 bis 1200°C. Die gezielte Beschichtung von keramischen Wendeschneidplatten der Form SCGW 120408 mit den genannten metallischen Werkstoffen erfolgt durch einen Physical Vapor Deposition (PVD) Prozess.

Veröffentlichung

WB: Werkstatt und Betrieb, (2009) 4, S. 54-57