Aktive Dämpfung von Ratterschwingungen beim Einlippentiefbohren

Weinert, K.1, a; Biermann, D.1, b; Iovkov, I.1, c; Kersting, M.1, d

1)
Institut für Spanende Fertigung, Technische Universität Dortmund, Baroper Str. 303, 44227 Dortmund

a) weinert@isf.de; b) biermann@isf.de; c) iovkov@isf.de; d) kersting@isf.de

Kurzfassung

Aufgrund des langen, schlanken und asymmetrischen Aufbaus von Einlippenwerkzeugen stellen diese die größte Nachgiebigkeit im Kraftfluss des Tiefbohrprozesses dar und sind besonders anfällig gegenüber Torsionsschwingungen. Die daraus resultierende dynamische Beanspruchung des Werkzeuges führt zu einem Verlust an Standzeit und Bauteilqualität. Zur Vermeidung von Rattereffekten bei gleichzeitiger Erhöhung der Prozesseffizienz wurde ein adaptiver Schwingungsdämpfer auf Basis des magnetorheologischen Effektes konzipiert, ausgelegt, realisiert und im Prozess qualifiziert. Im Durchschnitt konnten unter Einsatz des adaptiven Werkzeughalters ungefähr 85 % geringere Ratterstärken erzielt und unter Anwendung einer Wechselstromstrategie sogar ein durchgängig stabiler Prozess erreicht werden.

Schlüsselwörter

Einlippentiefbohren, Schwingungsdämpfung, Adaptronik, Magnetorheologisches Fluid

Veröffentlichung

In: Adaptronik für Werkzeugmaschinen. Forschung in Deutschland, Hesselbach, J. (Hrsg.), Shaker Verlag, Aachen, 2011, ISBN 978-3-8322-9809-8, S. 244-262